Die erzwungene Heirat - Eine Komödie von Molière

Sganarell will heiraten.
An diesem Satz ist erst einmal nichts Besonderes. Interessant wird
die Sache aber, wenn man weiß, wer Sganarell ist. Sganarell ist
nämlich kein jugendlicher Liebhaber mehr. Mit seinen 53 Jährchen
zählt er schon deutlich zum älteren Semester. Und sowohl sein
Äußeres als auch sein Charakter bieten keine Verlockung fürs

andere Geschlecht, ihn in den Hafen der Ehe zu befördern.
Was um alles in der Welt kann bloß die junge, hübsche Dorimène
dazu bewegen, ausgerechnet ihn heiraten zu wollen?
Die Antwort ist ganz einfach: Sganarell hat viel Geld.
Und Dorimène hat begriffen, dass bei diesem geizigen,
misstrauischen und liebestollen Kerl die Chance ihres Lebens lauert.
Im Geiste sieht sie sich schon als junge, schöne Witwe ein Leben
führen, das ihren Ansprüchen voll gerecht wird...
Aus der Sicht von Sganarell ist es eine wunderbare Sache, so eine
temperamentvolle, junge Frau zu haben. Im Geiste sieht er schon
viele kleine Kinderchen durch sein großes Haus rennen, alle ihm
gleichend wie ein Wassertropfen dem anderen...
Aber während Dorimène eifrig damit beschäftig ist, sich bei den
teuersten Händlern der Stadt die passenden Kleider für die Hochzeit
zu besorgen - auf seine Kosten natürlich - beginnen auf einmal
leise Zweifel an ihm zu nagen...
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